Die 752er und 173er Regel!

Neulich stieß ich im Blog des Finanzwesirs auf einen interessanten Artikel über die 752er und die 173er Regel. Jede Woche veröffentlicht er eine kleine Liste mit Blogartikeln die ihm in dieser Woche aufgefallen sind.

Ich hatte zuvor noch nichts von diesen Regeln gehört, was mir wieder einmal aufzeigte wie viel Interessantes es noch zu entdecken gibt und das ich mich wahrlich erst am Anfang meiner Reise zur finanziellen Freiheit befinde.

Bereits während ich den Artikel las, war ich hellauf begeistert. Mithilfe dieser Regeln lässt sich einfach überschlagen, welchen Betrag man in 10 Jahren ansparen könnte, wenn man auf einfache wöchentliche oder monatliche Ausgaben verzichtet, wie beispielsweise ein Zeitschriftenabo oder indem man doch lieber den Handytarif wählt, der 5€ günstiger im Monat ist und auf 1 GB Datenvolumen verzichtet, da man ja eh zum größten Teil im W-Lan rumhängt.

Es ist noch gar nicht so lange her als ich, während meiner Praktikumszeit bei einer Frankfurter Bank, im Handelssaal vor 4 großen Monitoren saß. Mehrfach täglich rollte ein kleiner Wagen mit belegten Brötchen, Kaffee und Süßigkeiten vorbei. Mir als „Nicht-Kaffee-Trinker“ fiel auf, dass für viele Leute der morgendliche Kaffe obligatorisch war. Konnte man mit diesem die Müdigkeit noch nicht restlos bezwingen, durfte es auch gerne ein zweiter sein. Zum Kaffeetrinken gegen 15 Uhr, wenn die Arbeitskurve schon am abflachen war und nur noch wenige Stunden auf der Arbeit verblieben, half, wie sollte es auch anders sein, ein weiterer Kaffee die Konzentration aufrecht zu erhalten. Ein Kaffee kostete 80 Cent und ich überschlug gern im Kopf was die Leute so in der Woche, im Monat, im Jahr für Kaffee ausgaben und was man stattdessen mit dem Geld erreichen könnte, wenn man es investieren würde. Hier kommen jetzt die beiden Regeln ins Spiel:

752er Regel:

  • Multipliziert man den Betrag einer wöchentlich wiederkehrenden Ausgabe mit 752, so erhält man den ungefähren Betrag, den man auf dem Konto hätte, wenn man das Geld statt es auszugeben, für 10 Jahre sparen und investieren würde.

173er Regel:

  • Hier multipliziert man den Betrag einer monatlich wiederkehrenden Ausgabe mit 173 und erhält eben den Betrag, den ein sparsamer Investor nach 10 Jahren angehäuft hätte.

Bei beiden Regeln wird eine jährliche Rendite von 7% unterstellt, diese entspricht in etwa der jährlichen Netto-Rendite des amerikanischen Aktienmarktes der letzten 100 Jahre.

Natürlich ist das Ganze nur vereinfachend angenommen, doch will man ja beim Überschlagen auch keinen centgenauen Betrag ausrechnen, sondern sich eine grobe Vorstellung machen und dafür taugen die beiden Regeln wirklich exzellent. Also zurück zu unserem Beispiel.

3 Kaffee am Tag mal 5 Tage die Woche entsprechen 12€/Woche. 12€ mal 752, macht 9.024€ in 10 Jahren. Das ist doch schonmal ein ordentliches Sümmchen. Ihr wollt nicht komplett auf Kaffee verzichten? Kein Problem! Sagen wir, wir brodeln uns unseren Kaffee Zuhause (oder im Büro, oftmals gibt es da auch die Möglichkeit Kaffee selbst zu kochen), trinken da eine Tasse, nehmen den Rest in einer Thermoskanne mit und können den ein oder anderen Tag den anderen auch so einen Kaffee spendieren. Kosten 40 Cent pro Tag. (Da ich kein Kaffeetrinker bin, kann ich hier wirklich nur schätzen und nehme einfachheitshalber 40 Cent an. Falls ihr euch besser auskennt, gebt mir einfach in den Kommentaren Bescheid.) Das heißt es werden 2€ pro Tag gespart, macht 10€ in der Woche und 7520€ in 10 Jahren. Immer noch ziemlich viel Schotter, besonders wenn man bedenkt, dass dieser Betrag vielleicht noch 10, 20, 30 Jahre investiert bleibt.

Ihr seid Raucher und seid vielleicht selbst von dieser dummen Angewohnheit genervt, habt euch aber selbst nie richtig motivieren können aufzuhören oder die Langeweile hat euch wieder rückfällig werden lassen?

Gemäß dem Statistischen Bundesamt geben die Deutschen im Schnitt 17€ im Monat für Tabakwaren aus. Mit 173 multipliziert, ergibt das einen Betrag von 2.941€ den man innerhalb von 10 Jahren ansparen könnte. Ihr gebt mehr als 17€ im Monat für euer Laster aus? Umso besser, umso mehr könnt ihr einsparen und umso größer ist ggf. eure Motivation.

Woher aber kommen diese krummen Zahlen 173 und 752?

Hierfür habe ich die Formel der vorschüssigen Rentenzahlung, die wir auch schon im Blogeintrag über das Durchschnittseinkommen verwendet hatten, herangezogen. Diese lautet wie folgt:

R = r * q * (q^n – 1) / (q – 1)

R … Endwert der Rente

r … Höhe der Rentenzahlung

q = 12. Wurzel von (1 + i) oder 1 + i / 12 / 100

n = Anzahl der Rentenzahlungen

q lässt sich hierbei mittels zweier Methoden berechnen. Die erste Methode wird dabei für jährliche Zinszahlungen verwendet, während die letztere für monatliche Zinszahlungen gültig ist.

Betrachten wir die Formel, so sind uns alle Größen nach r bekannt. Der letzte Teil lässt sich also bereits berechnen auch wenn man noch gar nicht weiß wie hoch die Rente sein wird. Zu beachten gilt hierbei, dass bei monatlicher Einzahlung n mit 12 multipliziert werden muss, bei wöchentlicher demzufolge mit 52. Das habe ich bereits einmal für euch gemacht und präsentiere euch nun die Ergebnisse beider Varianten, inklusive einem Beispiel mit einem Sparbetrag von 3€:

Sparbetrag Bsp. Rentenendwertfaktor monatlich Sparsumme Rentenendwertfaktor wöchentlich Sparsumme
jährliche Zinsperiode 3 € 172,018883 516,06 € 743,801376 2.231,40 €
monatliche Zinsperiode 3 € 174,094469 522,28 € 753,382229 2.260,15 €

Diesen Faktor nennt man auch Rentenendwertfaktor sn und damit gilt: R = r * sn

Wie ihr seht, liegt die 173 im monatlichen Bereich ziemlich genau in der Mitte der beiden berechneten Werte. Bei wöchentlicher Einzahlung sind die Abweichungen etwas größer, doch die 752 liegt auch hier zwischen den beiden berechneten Werten, wenn auch nicht ganz so mittig. Da ich bei solchen Sachen, sowieso gern im Kopf überschlage und nicht erst den Taschenrechner rauskramen will, rechne ich vereinfachend mit 750 und bin daher mit meiner Herleitung der beiden Regeln auch zufrieden. Ich bin zwar kein Mathegenie, doch einen Betrag mit 7,5 zu multiplizieren und zwei Nullen ranzuhängen, bekomme ich gerade noch hin 😀 Etwas schwieriger wird es bei den 173. Hier rechne ich vereinfachend mit 175, d.h. ich nehme den Betrag mal 3,5, teile anschließend durch 2 und hänge dann zwei Nullen an. Für diejenigen die sich jetzt fragen, wie kommt er denn von 175 auf den Mist, hier eine kurze Erläuterung:

175/100 = 7/4 = 3,5/2 —> die 2 Nullen anhängen bedeutet mal 100 rechnen

Seit ich die beiden Regeln kenne, frage ich mich bei jeder wiederkehrenden Ausgabe, wie viel kann ich hier einsparen und wie viel Geld, könnte das in 10 Jahren vielleicht sein. Es macht ziemlich viel Spaß und lässt einen bedachter mit seinem Geld umgehen. Ich hoffe ich konnte euch zumindest halb so sehr begeistern, wie ich es bin.

Damit wir es nicht vergessen, kommt hier zum Abschluss noch das übliche Zitat:

„Viele Menschen sehen es nicht ein, welch große Einnahme die Sparsamkeit ist.“

Marcus Tullius Cicero

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Die 752er und 173er Regel!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s