Napoleon Hill – Denke nach und werde reich

In meinen Zielen für dieses Jahr hatte ich mir ja vorgenommen jeden Monat ein Buch aus meiner selbst zusammengestellten kleinen Bibliothek zu lesen und euch dann eine kurze Rezension dazu zu liefern.

Im Januar hatte ich mir das aus dem Jahr 1937 stammende „Denke nach und werde reich“ von Napoleon Hill ausgesucht. Das Buch ist noch immer sehr erfolgreich, wurde bis heute rund 70 Millionen mal verkauft und wird von sehr vielen Personen als äußerst lehrreich empfunden.

Mittlerweile wurde es schon mehrfach neu aufgelegt. Ich hatte mir die deutsche Übersetzung der ungekürzten Originalfassung von Joscha-N. Barisch für 6,99€ in der Kindle Version heruntergeladen. Es sind im Netz allerdings auch kostenlose, jedoch sehr verschiedene PDF Versionen zu finden.

Im Buch geht es um das Geheimnis wie es jeder schaffen kann reich zu werden. Auf dieses Geheimnis wurde Napoleon Hill von Andrew Carnegie hingewiesen und damit beauftragt es genau zu erforschen. Dafür interviewte Hill mehr als 500 Millionäre, steckte mehr als 20 Jahre Arbeit hinein und schrieb schlussendlich die dafür benötigten 13 Erfolgsgesetze auf. Den Wert des Geheimnisses beziffert Hill mit 600 Millionen Dollar.

Ich muss euch allerdings mitteilen, dass ich bereits nachdem ich die ersten paar Seiten gelesen hatte, dem Ganzen ziemlich skeptisch gegenüber stand. Zu Beginn des Buches werden viele Personen aufgezählt, die das Geheimnis verinnerlicht haben und dadurch reich geworden sind. Insgesamt käme es über 100 Mal indirekt im Buch vor, wird jedoch niemals explizit genannt, da es laut Autor jeder selbst entdecken muss.

Es werden viele kleinere Geschichten erzählt von Personen:

  • die durch ein klares Ziel,
  • ein brennendes Verlangen
  • sowie einem bedingungslosen Willen dieses Ziel zu erreichen,
  • dem Mut ihre Pläne in Taten umzusetzen
  • und ein eisernes Durchhaltevermögen niemals aufzugeben,

reich geworden sind (z.B. Andrew Carnegie, Henry Ford, Thomas Edison, Barnes, Washington, Lincoln usw.).

Die Geschichten sind für mich der interessanteste Teil des Buches gewesen. Insgesamt finde ich ist es jedoch nicht annähernd so schön zu lesen, wie das Buch von Kostolany. Napoleon Hill wiederholt sich hier sehr oft und erklärt Sachen die bereits klar sind, gern noch ein zweites oder drittes Mal. Dadurch wirkt das Buch unnötig in die Länge gezogen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alles Wichtige auch auf der Hälfte der Seiten hätte niedergeschrieben werden können. Mit 278 Seiten ist das Buch von normaler Länge, jedoch hätte eine gekürzte Version mit 112 Seiten für mich auch ausgereicht.

Natürlich möchte ich euch die 13 Erfolgsgesetze nicht verheimlichen. Diese sind:

  1. Verlangen
  2. Vertrauen
  3. Autosuggestion
  4. Spezialwissen
  5. Vorstellungskraft
  6. Organisierte Planung
  7. Entschlossenheit
  8. Beharrlichkeit
  9. Die Macht des Mastermind
  10. Sexuelle Transmutation
  11. Das Unterbewusstsein
  12. Das Gehirn
  13. Der Sechste Sinn

Alles in Allem hätte man sich das Meiste davon selbst denken können. Mal extrem herunter gebrochen sagt das Buch: wenn wir von etwas felsenfest überzeugt sind und die nötige Arbeit hineinstecken, dann können wir praktisch alles erreichen.

Ein für mich interessantes Kapital hingegen war das über Autosuggestion. Auch wenn ich skeptisch bin, dass durch bloße positive Gedanken positive Ereignisse angezogen werden sollen, lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die sich bspw. Krankheiten einreden die sie gar nicht haben oder Personen die von Ihrer Krankheit geheilt werden, nur weil sie im Glauben sind ein wirksames Medikament zu bekommen (Placebo-Effekt). Was also, wenn ich mithilfe von Autosuggestion mein Unterbewusstsein wirklich dazu bringen kann, mir Pläne zu liefern wie ich meine finanzielle Freiheit schneller erreichen kann. Da ich aus jedem Buch das ich lese etwas mitnehmen will, habe ich mir gesagt, probieren geht über studieren und versuche das jetzt einfach mal.

Ab und zu hat man während des Lesens auch das Gefühl, dass der Autor falsche Schlussfolgerungen zieht. Er hat zwar durch seine Studien herausgefunden, dass reiche Leute in der Regel die genannten Eigenschaften besitzen, jedoch lässt sich daraus nicht automatisch schlussfolgern, dass jeder der sich diese Eigenschaften aneignet auch reich wird. Beispiele in denen es Personen nicht geschafft haben, werden im Buch überhaupt nicht erwähnt, weshalb ich dem Ganzen auch nach lesen des gesamten Buches immer noch skeptisch gegenüber stehe. Ein weiteres Problem offenbart sich mir, wenn ich mir vorstelle was passieren soll, wenn zwei Personen Ziele verfolgen die sich gegenseitig ausschließen. So berichtet Hill in einer seiner Geschichten von einer Schlacht die ein Kommandant nur dadurch gewonnen hat, dass er die Boote auf denen sie gekommen sind, vor dem Kampf verbrennen lies. So hatten seine Truppen keine andere Möglichkeit außer zu siegen oder im Kampf zu sterben. Mir stellt sich nun die Frage was wäre gewesen, wenn der Gegner genau das Selbe getan hätte? Wer hätte dann gewonnen?

Mit solchen Sachen kann ich mich nicht so recht abfinden, weshalb das Buch mir schlussendlich, wie ihr sicherlich auch schon herausgelesen habt, nicht so gut gefallen hat. Mit einigen Punkten stimme ich jedoch auch überein, wie dem Verlangen, Vertrauen, Spezialwissen, einer organisierten Planung, der Fähigkeit Entscheidungen treffen zu können und das es großes Durchhaltevermögen braucht um seine Ziele zu erreichen. Diese Kapital waren für mich auch durchaus interessant.

FAZIT: Für jene die diese Art von Büchern mögen, würde auch eine gekürzte Version ausreichen in der vermutlich einige Wiederholungen wegfallen. Für diejenigen die eher so gestrickt sind wie ich, reicht es völlig aus, sich die verschiedenen Geschichten die erzählt werden durchzulesen. Diese dienen als gute Motivationsquelle. Den Rest kann man wohl eher überfliegen. Da es kostenlos im Internet zu finden ist, stellt das kein Problem dar. Kaufen würde ich persönlich es nicht nochmal.

P.S.: Von jedem Buch das ich lese, schreibe ich mir die wichtigsten Punkte auf, so dass ich später einfach nachschauen kann und nicht das ganze Buch noch einmal lesen muss. Wer sich jetzt also aufgrund meiner Rezension gegen dieses Buch entscheidet, kann sich gern bei mir melden und ich schicke euch meine Notizen zu. Schreibt mir dafür einfach über das Kontaktformular oder an finanzfreunde@gmail.com.

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Napoleon Hill – Denke nach und werde reich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s