O … wie Oliven und Optionen

Ihr seid sicher schon gespannt auf die Beiträge die grundlegende Kenntnisse über Optionen vermitteln und fragt euch nun was Oliven und Optionen bitte miteinander zu tun haben!? Keine Sorge, ihr werdet es gleich erfahren, im ersten Teil der Beitragsserie die sich rund um Optionen dreht. Also viel Spaß, jetzt geht es endlich los.

Die Geschichte des Optionshandels reicht weit zurück, bis ins Jahr 332 vor Christus. In einem von ihm selbst veröffentlichten Werk, beschreibt Aristoteles ein Geschäft des griechischen Gelehrten Thales von Milet, das eine Art Optionshandel darstellt.

Eines Winters kam Thales von Milet, durch das Studium von Sternen und Wetter, zu dem Schluss, dass die kommende Olivenernte besonders gut ausfallen dürfte. Er beschloss daher die Benutzungsrechte für sämtliche in Chios und Milet verfügbaren Olivenpressen zu erwerben und sie später teurer weiterzuverkaufen, wenn die Nachfrage aufgrund der guten Olivenernte angestiegen sei. Sein Plan ging letztendlich auf, die Nachfrage explodierte förmlich und das investierte Geld vervielfachte sich. Mit seinem Kauf der Ölmühlen Rechte hatte Thales praktisch einen Ölmühlen-Call gehandelt und vermutlich das erste Optionsgeschäft abgeschlossen.

Was genau ist nun aber eine Option?

Eine Option gehört zur Gruppe der Derivate und wird auch als bedingtes Termingeschäft bezeichnet. Bei Optionen geht es immer um Rechte und Pflichten. Für den Käufer (Optionsinhaber) beinhalten sie das Recht, nicht aber die Pflicht, eine bestimmte Sache (Basiswert / Underlying) zu einem bestimmten Zeitpunkt (Verfallszeitpunkt) zu einem anfangs festgelegten Preis (Basispreis / Strike / Ausübungspreis) zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

Für einen Verkäufer (Stillhalter) beinhalten Optionen die Pflicht die festgelegte Sache zum festgelegten Zeitpunkt und Preis zu verkaufen oder zu kaufen, wenn der Optionskäufer dies verlangt. Dafür erhält der Optionsverkäufer eine Prämie.

Basiswert

Wird oft auch Underlying genannt und bezeichnet die Aktie oder den Wert auf den sich die Option bezieht.

Basispreis / Strike / Ausübungspreis

Ist der festgelegte Preis zu dem der Basiswert bei ausüben der Option gekauft / verkauft werden kann. Bei europäischen Optionen kann nur am Ende der Optionslaufzeit die Option ausgeübt werden, amerikanische Optionen hingegen können während der gesamten Laufzeit ausgeübt werden.

Prämie

Bezeichnet die Gebühr die der Käufer dem Verkäufer der Option bezahlen muss um die Option zu erhalten.

Beispiel:

Nehmen wir zur besseren Verständlichkeit ein Beispiel. Die Adidas Aktie notiert aktuell leicht über 150€. Innerhalb der letzten 2,5 Jahre hat sich die Aktie fast verdreifacht und wir wissen nicht genau, ob sich dieser Trend weiter fortsetzen wird oder die Aktie in diesem Jahr erst einmal kräftig korrigiert. Im Falle einer Korrektur wollen wir die Aktie nicht besitzen, sollte sie aber weiter steigen wollen wir trotzdem am Kursgewinn profitieren. Aus diesem Grund kaufen wir uns eine Call-Option mit einer Fälligkeit zum 15.12.2017 mit einem Ausübungspreis von 150€. Das bedeutet, diese Option berechtigt uns dazu, die Adidas Aktie am 15.12.2017 für 150€ zu kaufen, egal wo der Kurs der Aktie zu diesem Zeitpunkt steht.

Variante 1: Die Aktie korrigiert auf 100€. Von unserer Option Gebrauch zu machen, wäre nun nicht sehr sinnvoll, da wir die Aktie am Markt günstiger bekommen könnten. Unsere bezahlte Prämie ist damit verloren, doch diese ist wesentlich kleiner als der Kursverlust den wir erlitten hätten.

Variante 2: Die Aktie steigt weiter auf 200€. Unsere Option gibt uns das Recht, die Aktie für 150€ zu kaufen. Dieses Recht üben wir nun natürlich aus, kaufen die Aktie für 150€ und könnten sie zum gleichen Zeitpunkt für 200€ am Markt verkaufen. Gewinn ist dabei 50€ pro Aktie minus die gezahlte Prämie.

Eine Besonderheit bei Optionen ist jedoch, dass 1 Optionskontrakt immer auf 100 Aktien normiert ist. Das heißt es handelt sich hierbei um 100 * 150€ = 15.000€. Die aktuelle Prämie die wir für eine solche Option bezahlen müssten, liegt bei 1.423€. Hier wird deutlich, dass so langlaufende Optionen einiges kosten.

Dazu finde ich folgendes Zitat sehr treffend:

„Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muss man sie gut bezahlen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Werbeanzeigen

4 Gedanken zu “O … wie Oliven und Optionen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s