Optionen Teil 2

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil der Optionsserie, in dem wir uns unter anderem mit der Versicherungsfunktion von Optionen beschäftigen. Außerdem gehen wir auf die Rechte und Pflichten ein, die Käufer und Verkäufer von Call und Put Optionen haben. Abschließend geht es dann noch um den Inneren Wert und den Zeitwert, sowie die verschiedenen „Moneyness“ von Optionen.

Versicherungsfunktion von Optionen

„Es ist besser, eine Versicherung zu haben und nicht zu brauchen, als eine Versicherung zu brauchen und nicht zu haben.“

Weisheit der Versicherungswirtschaft

Zugegeben, dieses Zitat kann nur aus der Versicherungswelt stammen und tut es auch. Doch Optionen lassen sich sehr gut mit dem Wort Versicherung beschreiben. Man kann sie einsetzen um sich gegen fallende oder aber auch steigende Preise abzusichern. Außerdem kann man bei Optionen nicht nur als Käufer, sondern auch als Verkäufer auftreten und somit den Platz einer Versicherung einnehmen. Bleiben wir zu Beginn aber erstmal auf der Käuferseite und unterstellen, dass wir wohlhabende Investoren sind, die ihr Aktiendepot gegen Kursrückgänge absichern wollen.

Nehmen wir z.B. an das einer von uns, eine große Position an Adidas Aktien besitzt, sagen wir 10 Millionen Euro. Aufgrund des starken Anstiegs der Aktie in den letzten Jahren befürchtet dieser Investor, dass seine Position in den nächsten Wochen stark korrigieren wird. Um sich für diesen Fall zu versichern kauft er sich eine Put-Option. Sie verleiht ihm das Recht, die Aktie zu einem festgelegten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Sollte der Preis nun stark korrigieren von 30-40% würde der Investor 3-4 Millionen Verluste einfahren. Aufgrund des Puts, kann er die Aktie zum festgelegten Preis loswerden und verliert nur die Prämie die er dafür gezahlt hat. Wie in Teil 1 der Artikelserie aufgezeigt, sind solche Prämien ziemlich teuer, wenn eine Option eine lange Restlaufzeit besitzt. Üblicherweise werden daher Optionen in solchen Fällen mit einer Restlaufzeit von einigen Monaten gehandelt.

Bei Adidas würde eine Put-Option mit einem Strike von 150€ und einer Fälligkeit am

Fälligkeit

Prämie für 1 Optionskontrakt

Prämie bezogen auf Investor

15.12.17

1.544,00 € 1.029.323,04 €

16.06.17

984,00 €

655.993,44 €

21.04.17 651,00 €

433.995,66 €

kosten.

Ihr seht die Optionsprämie wirkt wie eine Versicherungsprämie. Im Falle eines Schadens (starker Kursrutsch) können so Verluste verringert werden.
Das Ganze funktioniert natürlich auch noch andersherum. Und zwar als Absicherung gegen steigende Preise, wie dies auch bei den Future-Märkten möglich ist. Sinnvoll ist das vor allem für die Unternehmen, die regelmäßig eine bestimmte Menge Material, bspw. Getreide für eine Großbäckerei oder Fleisch, Metall, Öl, Zucker usw. benötigen. Der Vorteil von Optionen ggü. Future besteht aber darin, dass der Optionskäufer das Wahlrecht hat. Er kann am Ende der Laufzeit entscheiden, ob er die Option ausübt oder nicht. Der Future Käufer hingegen muss zum anfangs festgelegten Preis kaufen/verkaufen.

Rechte und Pflichten von Call- und Put-Optionen

Kommen wir nun zu den einzelnen Rechten und Pflichten, die sich bei Call- und Put-Optionen entsprechend unterscheiden.

Put Call
Käufer Verkäufer Käufer Verkäufer
Hat das Recht zu verkaufen. Hat die Pflicht zu kaufen, wenn der Käufer seine Option ausübt. Hat das Recht zu kaufen. Hat die Pflicht zu verkaufen, wenn der Käufer seine Option ausübt.
Hat die Pflicht die Prämie zu bezahlen. Hat das Recht auf eine Prämie. Hat die Pflicht die Prämie zu bezahlen. Hat das Recht auf eine Prämie.

 

Innerer Wert und Zeitwert von Optionen

Der Wert bzw. Preis einer Option setzt sich immer aus Innerem Wert und Zeitwert zusammen. Der Innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Börsenkurs des Basiswertes und dessen Basispreises. Er gibt folglich den Wert an, den man erhalten würde, wenn man die Option sofort ausüben würde.

Bsp. Ein Call mit dem Basispreis 100 besitzt bei einem Börsenkurs von 110 einen Inneren Wert von 10, wohingegen er bei einem Börsenkurs von 90 einen Inneren Wert von 0 aufweist. Negative Werte gibt es logischerweise nicht.

Wenn eine Option nun aber einen Inneren Wert von 0 aufweist, heißt dies nicht gleichzeitig das sie kostenlos zu haben ist. Sie besitzt trotzdem noch einen Zeitwert. Dieser ist abhängig von der Restlaufzeit, Zinssatz, Kurs, Volatilität und der Höhe der Dividende. Er ist also nicht so einfach zu berechnen wie der Innere Wert. Außerdem weist er einen Werteverfall auf. Da er abhängig von der Restlaufzeit der Option ist und mit kleiner werdender Restlaufzeit, die Wahrscheinlichkeit für Kursentwicklungen nach oben oder unten sinkt, nimmt der Zeitwert immer stärker ab, je näher der Verfallszeitpunkt der Option rückt und beträgt schließlich am Verfallstag genau 0.

Moneyness

Optionen können sich entweder „im Geld“ („in the money“), „am Geld“ („at the money“) oder „aus dem Geld“ („out of the money“) befinden.

Im Geld ist eine Option, wenn der Innere Wert ungleich 0 ist. Das bedeutet bei einem Call, wenn der Kurs über dem Basispreis liegt und bei einem Put wenn der Kurs unter dem Basispreis liegt. Es ließe sich dann Geld mit diesen Optionen verdienen, indem man, um auf das Beispiel von oben zurückzugreifen, die Call-Option ausübt und den Basiswert für einen Kurs von 100 kauft, um ihn direkt zum Kurs von 110 am Markt wieder zu verkaufen.

Von einer Option am Geld spricht man, wenn Basispreis und Kurs identisch sind, bzw. lediglich geringe Differenzen bestehen.

Aus dem Geld ist eine Option folglich im Rest der Fälle, das heißt wenn der Innere Wert 0 ist und der Kurs nicht dem Basispreis entspricht. Bei Ausübung einer out of the money Option würden demzufolge Verluste entstehen. Würden wir in diesem Fall die Option von oben ausüben, würden wir den Basiswert zum Preis von 100 kaufen, könnten ihn aber lediglich für 90 am Markt wieder verkaufen. Ein Call ist somit aus dem Geld, wenn der Kurs unter dem Basispreis liegt und ein Put dann, wenn der Kurs über dem Basispreis liegt.

Für mich, der ich als Stillhalter, also als Verkäufer von Optionen agieren will, ist es am vorteilhaftesten wenn die Optionen die ich verkaufe aus dem Geld sind. So wird der Käufer von diesen sie nicht ausüben, ich hingegen erhalte trotzdem die Optionsprämie.

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2 Gedanken zu “Optionen Teil 2

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