Konsumieren oder Investieren? Welchen Wert 1.000€ für dich wirklich haben sollten!

Der Wert von 1.000€

Ende des Jahres ist es wieder soweit, ein neues iPhone wird auf den Markt kommen und die Preise werden sich je nach Ausstattung wohl um die 1.000€ Marke bewegen. Euer altes Smartphone gibt langsam den Geist auf und ihr braucht eigentlich ein neues. Auf der anderen Seite könntet ihr aber auch die 1.000€ in die aktuell leicht korrigierende Apple Aktie stecken und euer Depot für die finanzielle Freiheit oder den Ruhestand weiter ausbauen. Mit dem Smartphone sitzt ihr dann aber auf dem Trockenen.

Szenario 1: Ihr sagt euch, ohne Smartphone geht auf keinen Fall und ein gebrauchtes oder älteres Modell will ich auch nicht haben. Was soll’s 1.000€ sind viel Geld aber für den Ruhestand fang ich dann halt nächstes Jahr an zu sparen.

Szenario 2: Ohne Smartphone ist immer noch unvorstellbar, aber muss es unbedingt das neueste Modell für 1.000€ sein? Ich wollte doch eigentlich anfangen mein Depot für den Ruhestand aufzubauen. Und wenn ich noch ein Jahr warte, hat der Zinseszinseffekt weniger Zeit zu arbeiten, aber was macht das eigentlich für einen Unterschied? Lohnt sich das überhaupt für mich auf das neue Smartphone zu verzichten?

Tja, was meint ihr, lohnt sich das? Welchen Einfluss haben 1.000€, die ihr heute investiert oder eben nicht, auf euren Depotstand bei Ruhestandsbeginn?

Um das herauszufinden berechnen wir einfach den Endwert mithilfe der Endwertformel:

Endwert = 1.000€ * (1 + i)^n

i… der Zinssatz, in unserem die von uns erwartete Marktrendite
n… die Anzahl der Jahre die uns noch bis zum Ruhestand bleibt

Zur besseren Übersicht habe ich das Ganze mal in einer Tabelle zusammengefasst. Ihr könnt darin ablesen wie viel 1.000€ in welchem Alter wert sind, wenn ihr mit 65 in den Ruhestand wollt und sie bis dahin investiert. Für diejenigen, die ein anderes Alter für den Ruhestand anstreben, habe ich noch rechts die Spalte n eingefügt. In dieser könnt ihr einfach nachlesen wie viel 1.000€ wert sind wenn sie noch n Jahre investiert werden. Als verschiedene Zinssätze habe ich 2% für den sicheren Anteil des Depots, 5% für eine konservative Schätzung der Aktienmarktrendite, 7% für eine etwas optimistischere Schätzung und 10% für eine gut funktionierende Strategie der Einzelaktienauswahl verwendet. Die Spalte mit 20% ist für diejenigen, die auch mit Optionen handeln, und so ihre Dividendenstrategie ergänzen.

Alter 2% 5% 7% 10% 20% n
20 2.437,85 € 8.985,01 € 21.002,45 € 72.890,48 € 3.657.261,99 € 45
21 2.390,05 € 8.557,15 € 19.628,46 € 66.264,08 € 3.047.718,32 € 44
22 2.343,19 € 8.149,67 € 18.344,35 € 60.240,07 € 2.539.765,27 € 43
23 2.297,24 € 7.761,59 € 17.144,26 € 54.763,70 € 2.116.471,06 € 42
24 2.252,20 € 7.391,99 € 16.022,67 € 49.785,18 € 1.763.725,88 € 41
25 2.208,04 € 7.039,99 € 14.974,46 € 45.259,26 € 1.469.771,57 € 40
26 2.164,74 € 6.704,75 € 13.994,82 € 41.144,78 € 1.224.809,64 € 39
27 2.122,30 € 6.385,48 € 13.079,27 € 37.404,34 € 1.020.674,70 € 38
28 2.080,69 € 6.081,41 € 12.223,62 € 34.003,95 € 850.562,25 € 37
29 2.039,89 € 5.791,82 € 11.423,94 € 30.912,68 € 708.801,87 € 36
30 1.999,89 € 5.516,02 € 10.676,58 € 28.102,44 € 590.668,23 € 35
31 1.960,68 € 5.253,35 € 9.978,11 € 25.547,67 € 492.223,52 € 34
32 1.922,23 € 5.003,19 € 9.325,34 € 23.225,15 € 410.186,27 € 33
33 1.884,54 € 4.764,94 € 8.715,27 € 21.113,78 € 341.821,89 € 32
34 1.847,59 € 4.538,04 € 8.145,11 € 19.194,34 € 284.851,58 € 31
35 1.811,36 € 4.321,94 € 7.612,26 € 17.449,40 € 237.376,31 € 30
36 1.775,84 € 4.116,14 € 7.114,26 € 15.863,09 € 197.813,59 € 29
37 1.741,02 € 3.920,13 € 6.648,84 € 14.420,99 € 164.844,66 € 28
38 1.706,89 € 3.733,46 € 6.213,87 € 13.109,99 € 137.370,55 € 27
39 1.673,42 € 3.555,67 € 5.807,35 € 11.918,18 € 114.475,46 € 26
40 1.640,61 € 3.386,35 € 5.427,43 € 10.834,71 € 95.396,22 € 25
41 1.608,44 € 3.225,10 € 5.072,37 € 9.849,73 € 79.496,85 € 24
42 1.576,90 € 3.071,52 € 4.740,53 € 8.954,30 € 66.247,37 € 23
43 1.545,98 € 2.925,26 € 4.430,40 € 8.140,27 € 55.206,14 € 22
44 1.515,67 € 2.785,96 € 4.140,56 € 7.400,25 € 46.005,12 € 21
45 1.485,95 € 2.653,30 € 3.869,68 € 6.727,50 € 38.337,60 € 20
46 1.456,81 € 2.526,95 € 3.616,53 € 6.115,91 € 31.948,00 € 19
47 1.428,25 € 2.406,62 € 3.379,93 € 5.559,92 € 26.623,33 € 18
48 1.400,24 € 2.292,02 € 3.158,82 € 5.054,47 € 22.186,11 € 17
49 1.372,79 € 2.182,87 € 2.952,16 € 4.594,97 € 18.488,43 € 16
50 1.345,87 € 2.078,93 € 2.759,03 € 4.177,25 € 15.407,02 € 15
51 1.319,48 € 1.979,93 € 2.578,53 € 3.797,50 € 12.839,18 € 14
52 1.293,61 € 1.885,65 € 2.409,85 € 3.452,27 € 10.699,32 € 13
53 1.268,24 € 1.795,86 € 2.252,19 € 3.138,43 € 8.916,10 € 12
54 1.243,37 € 1.710,34 € 2.104,85 € 2.853,12 € 7.430,08 € 11
55 1.218,99 € 1.628,89 € 1.967,15 € 2.593,74 € 6.191,74 € 10
56 1.195,09 € 1.551,33 € 1.838,46 € 2.357,95 € 5.159,78 € 9
57 1.171,66 € 1.477,46 € 1.718,19 € 2.143,59 € 4.299,82 € 8
58 1.148,69 € 1.407,10 € 1.605,78 € 1.948,72 € 3.583,18 € 7
59 1.126,16 € 1.340,10 € 1.500,73 € 1.771,56 € 2.985,98 € 6
60 1.104,08 € 1.276,28 € 1.402,55 € 1.610,51 € 2.488,32 € 5
61 1.082,43 € 1.215,51 € 1.310,80 € 1.464,10 € 2.073,60 € 4
62 1.061,21 € 1.157,63 € 1.225,04 € 1.331,00 € 1.728,00 € 3
63 1.040,40 € 1.102,50 € 1.144,90 € 1.210,00 € 1.440,00 € 2
64 1.020,00 € 1.050,00 € 1.070,00 € 1.100,00 € 1.200,00 € 1
65 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 1.000,00 € 0

Wenn ich für mich so in die Tabelle schaue, dann sind 1.000€ aktuell (im Alter von 25 Jahren) ca. 15.000€ wert. Diese 15.000€ hingegen bekommt man natürlich nicht heute, sondern eben erst in 40 Jahren. Ist es euch das wert? Ist es mir das wert?

iPhone oder kein Phone

Klar ist auf jeden Fall, dass es wesentlich wichtiger ist heute zu investieren als in 10 oder 15 Jahren. Die liegt natürlich am Zinseszinseffekt. Den meisten von euch, die sich auch auf anderen Finanzblogs rumtreiben, mag das bereits bewusst sein, doch vor allem denjenigen, die sich sagen: „Ach um die Altersvorsorge kann ich mich auch später noch kümmern, dass ist noch so lange hin.“ möchte ich aufzeigen, dass hierbei jedes Jahr zählt.

Entscheide ich mich also das teure neue Smartphone zu holen, erst einmal zu Ende zu studieren und ins Arbeitsleben zu starten bevor ich mich um meine Altersvorsorge kümmere, bin ich ruckzuck 35 bevor ich auch nur 1 Cent investiert habe. 1.000€ sind dann mit 7.600€ nur noch rund die Hälfte wert. Was im Endeffekt bedeutet ich muss nun schon 2.000€ investieren um genau den selben Effekt zu erzielen. Mit 41 Jahren ist es schon 3 mal so viel und so weiter. Im Umkehrschluss heißt das quasi, was ich heute schon investieren kann, kann ich später ausgeben, ohne aber auf die zusätzliche Altersvorsorge verzichten zu müssen. Der Konsum wird folglich in die Zukunft verschoben.

Rein rechnerisch wäre es somit zwar am günstigsten ohne Smartphone zu leben und den gesamten Betrag zu investieren, doch das ist meiner Ansicht nach nun auch nicht Sinn und Zweck. Was nützt es mir denn wenn ich mit 65 jede Menge Geld habe, allerdings 40 Jahre lang auf alles verzichtet habe. Dann müsste ich mindestens 105 werden um das halbwegs nachholen zu können. Körperlich werde ich dazu dann wohl nicht mehr in der Lage sein.

Also wie so oft ist der beste Weg, meiner Meinung nach, ein Kompromiss. Anstatt auf alles zu verzichten oder alles sinnlos zu konsumieren, sollte man sich vorher fragen, ob man das und das wirklich braucht um ein angenehmes Leben zu führen. Falls die Antwort ja lautet, stellt sich bezogen auf das Smartphone Beispiel die Frage, ob es einen Weg gibt die Sache günstiger zu erwerben, indem man nicht das neueste Modell kauft oder das Smartphone einfach länger nutzt. Anstatt aller 2 Jahre ein neues zu kaufen, könnte man ja auch abwarten bis das Teil wirklich den Geist aufgibt. Man könnt sogar beides machen 😉

Da mein iPhone wirklich gerade dabei ist den Geist aufzugeben, ist das eine Frage die ich mir tatsächlich in den letzten Tagen gestellt habe. Für mich wird daher die Investition auf jeden Fall notwendig. Allerdings hoffe ich, dass mein aktuelles iPhone noch bis zum Release des neuen Modells durchhält, damit ich mir ein älteres Modell kaufen kann, welches dann hoffentlich noch einmal etwas im Preis nachgibt. Wenn ich es also schaffe 500€ zu sparen, hätte ich schon einmal 7.500€ für meinen Ruhestand. Natürlich ist das nicht in Stein gemeißelt, doch das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

Optionshandel

Noch kurz zu der Spalte die ich für den Optionshandel eingefügt habe. Bei einer jährlichen Verzinsung von 20% werden aus 1.000€ in 40 Jahren knapp 1,5 Millionen Euro. Wow!

Wie ihr wisst habe ich selbst 4.000€ auf mein Optionsdepot eingezahlt. Das wäre dann ein Betrag von ca. 6 Millionen Euro wenn ich, bis ich 65 bin nichts entnehme. Ihr fragt euch jetzt sicher: „Was will er uns damit sagen, will er angeben oder was soll das?“ Nein das ist keinesfalls meine Absicht. Mithilfe von Excel sind wir schließlich alle in wenigen Minuten Millionäre. Meine Intention dahinter ist lediglich folgende:

Mithilfe von Optionen befinden sich Renditen von 1-3% im Monat im realistischen Bereich. 20% im Jahr zu erreichen ist also auch ohne ein unnötig hohes Risiko einzugehen, möglich. Mir ist dadurch klar geworden, dass ich hier auf keinen Fall etwas über’s Bein brechen muss, irgendwelche riskanten Trades eröffne oder die Margin unnötig hoch ausreize. Stattdessen reicht es hier vollkommen aus, mich an meine Strategie zu halten und die Margingrenzen konsequent einzuhalten, um das Konto nicht zu plätten und 2% pro Monat Rendite anstreben zu können. Mehr Infos über Optionen erhaltet ihr in dieser Beitragsserie von mir.

Abschließend möchte ich euch wieder mal ein Zitat mitgeben, da ich bereits darauf angesprochen wurde, dass es schon längere Zeit keins mehr gab:

„Was wir konsumieren, können wir nicht investieren. Konsumieren, ohne zu investieren, bedeutet ruinieren.“

Norbert Blüm

P.S.: Wie viel sind 1.000€ für euch wert und für welche Variante würdet ihr euch entscheiden?

 

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17 Gedanken zu “Konsumieren oder Investieren? Welchen Wert 1.000€ für dich wirklich haben sollten!

  1. Wieder ein mal ein wichtiger Beitrag um Neulinge in der Welt der persönlichen Finanzen aufzugabeln. Mit dem Zinses-Zins-Effekt lässt sich in der Tat einiges an Motivation erlangen. Und in weiterer Folge natürlich auch ein sehr großes Vermögen.
    Durchhalten ist angesagt.

    ich selbst habe gerade etwas einen Durchhänger, mal sehen was der Juli so bringt. Aktuell sieht es noch mager aus. Dir weiterhin viel Erfolg!

    mfG Chri

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    1. Hi Chri,

      danke dir, der Zinseszins ist wirklich genial, da geht kein Weg dran vorbei.

      Bei mir läuft es im Juli aktuell ganz gut. Die Marginauslastung liegt zwischen 45%-50% und ich warte einfach ab, bis die nächsten Optionen auslaufen. Viel Arbeit oder Motivation ist da gar nicht nötig 😀 Dein Depot macht sicherlich ein bisschen mehr Aufwand als meins, aber vielleicht motiviert dich das ja trotzdem 😉

      Viele Grüße
      Christian

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      1. Naja, momentan gibts nicht viel zu tun, aber target hat heute mal sehr gut zugelegt. fast 5%.
        Sind anscheinend gute Aussichten für die Earnings im August gekommen 🙂 Macht Freude, hab da gleich ein paar Calls mit Ablauf Oktober verkauft.

        mfG Chri

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  2. Ja ja, so haben sich die Leute auch in Zeiten des neuen Marktes reichgerechnet . Nicht vergessen, dass es auch andersrum an der Börse geht. Der Nikkei war mal bei über 40.000 Punkten. Was mir fehlt, ist die Wertentwicklung bei minus 50%, Minus 80% usw.
    Such dir einfach ein preiswertes Modell, wo kein Apfel drauf ist.

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    1. Hi Tom,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wie ich im Artikel geschrieben habe, geht es nicht darum sich reich zu rechnen, sondern aufzuzeigen, dass es wesentlich besser ist bereits heute mit dem Investieren zu beginnen und unnötigen Konsum zu vermeiden, anstatt das Ganze vor sich herzuschieben.

      Da 7% p.a. in etwa der historischen Durchschnittsrendite des weltweiten Aktienmarktes entspricht, sind da die Krisen mit 50-60% Kursverlust natürlich mit eingerechnet.

      Mit dem Nikkei hast du an sich schon recht, bis heute konnte er damalige Höchststände nicht wieder erreichen. Doch diese Betrachtung hat nicht wirklich viel mit der Strategie zu tun, die ich verfolge. Zum einen möchte ich mir ein breit diversifiziertes Portfolio aufbauen, so dass ein Totalausfall von 1-2 Werten nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Darüber hinaus suche ich unterbewertete Aktien die regelmäßig Dividenden ausschütten. Der Nikkei hat sich von 1980 bis 1989 ca. versechsfacht ohne dass man sagen könnte, dass er zuvor sehr preiswert gewesen wäre. Das KGV war in der Spitze fast 3 stellig. Da muss man fast schon sagen, wer bei einem Stand von knapp 40.000 Punkten noch investiert, ist selbst dran Schuld. Außerdem finden die Dividenden im Kursindex des Nikkei keine Beachtung, wenn man diese also noch mit einbezieht und in Regionen um die 10.000 Punkte nochmal etwas Geld investiert hat, sieht es heute gar nicht mehr sooo schlecht aus.

      Viele Grüße
      Christian

      P.S.: Ein iPhone soll es schon werden. Samsung ist nicht wirklich viel billiger und der Rest kann meiner Meinung nach da nicht wirklich mithalten.

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      1. Hallo Christian,

        ich finde Deinen Artikel und vor allem das Beispiel sehr gut. Allerdings vereinfacht er mir persönlich doch zu stark. Der Kernaussage stimme ich aber deutlich zu.

        Dieser Satz überrascht mich doch sehr in einem Artikel über ‚konsumieren-oder-investieren‘:
        ‚P.S.: Ein iPhone soll es schon werden. Samsung ist nicht wirklich viel billiger und der Rest kann meiner Meinung nach da nicht wirklich mithalten.‘

        Der Satz hört sich für mich in etwa so an wie ‚ein Maserati/ Bentley/ Ferrari/ Porsche/ Bugatti/ Tesla Modell X …“ muss es aber schon sein, alles andere sind ja keine Autos….‘ und widersprich tfür mich der Aussage des Artikels.

        Äh, bei was können die denn nicht mithalten? Ich persönlich kaufe mir lieber ein gutes Mittelklasse-Tel für 250€ (gerne auch von S….) und investiere die übrigen 750€ in die Depots meiner Kinder. Jeder wie er mag.
        Mir hilft bei solchen Konsumausgaben immer die Überlegung: Für wie viel Geld würde ich meinem 16-jährigem ein Handy kaufen? Würde ich ihm wirklich ein teures kaufen oder ein ganz billiges oder … Ich würde ihm sagen – 250€ ist ja wohl voll ausreichend für Dich, mann bekommt ja schon gute für unter 100€, da muss es keins für 1000€ sein und wenn es Dir geklaut wird oder Du die SpiderApp installierst…. – Wenn es für ihn mE ausreichend ist, dann aber erst recht auch für mich. Wenn ich etwas unvernünftig teures kaufen will, dann tue ich es aber auch. Ich bin mir dann allerdings auch bewusst, dass ich einfach nur konsumiere und rechne mir das dann nicht schön.

        Zu dem in diesem Artikel erwähnten und in der ‚Szene‘ zur Zeit überall genanten ‚7% p.a. historische Durchschnittsrendite‘ – möchte ich sagen, dass diese Rechnung ganz schnell ganz anders aussieht wenn man bei historischen Höchstständen viel einkauft oder wenn der Markt 10J einfach nur seitwärts geht (und womöglich noch eine Inflation kommt.). Hand aufs herz – wer bleibt schon 45 Jahre investiert? Und warum gibst Du ’nur‘ 20% bei den Optionsscheinen an – und nicht 120% p.a.? Da gebe ich Tom Beton recht, das erinnert mich fatal ans Jahr 1999… da gab es dann schnell mal -20% oder – 100%!
        Wirst Du die kommenden 10 Jahre weiter investieren wenn der Markt jeden Monat 4% niedriger steht und obwohl du investierst jeden Monat das Bankkonto doch kleiner wird? Oder sagst du dann, oh diesen Monat setze ich mal aus und kaufe mir das neue iPhone…. Deinen Ausführung zum Nikkei verstehe ich ebenfalls nicht so ganz. Retrospektiv kann man das immer gut erklären. Aber wo ist denn da der Unterschied aktuell zum DJ oder Dax? Hast Du die mal die Bewertungen einer Nestlé, J&J, MO oder den anderen Top-Titeln angeschaut. Müsste man da nicht auch längs raus sein?

        Grüße, bleib dabei & viel Erfolg!
        42sucht21

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        1. Hey 42sucht21,

          zuerst einmal riesigen Dank für deinen Kommentar. Konstruktive Kritik wie du sie hier vorgebracht hast, ist immer sehr gern gesehen und vor allem auch erwünscht.
          Vielen Dank auch für dein Lob. Nun zu deinen Punkten.

          Ich habe das Beispiel bewusst relativ einfach gehalten, damit jeder verstehen kann, welche Auswirkungen der Zinseszinseffekt haben kann. Dafür ist es denke ich nicht notwendig Steuern, Inflation etc. alles einzukalkulieren.

          Der Satz „Ein iPhone soll es schon werden.“ basiert eher darauf, dass meine letzten 3 Handys iPhones waren und ich nicht wirklich vorhabe zu wechseln. Da ich an sich rundum zufrieden bin. Ich verstehe aber vollkommen deinen Einwand, dass meine Aussage auch anders aufgefasst werden kann. Es muss aber für mich nicht mehr zwingend das neueste iPhone sein. Ich möchte somit einen Mittelweg zwischen konsumieren und investieren einschlagen.
          Bzgl. der Aussage, dass andere Marken nicht wirklich mithalten können. Bei meinem letzten Handykauf hatte ich intensiv überlegt von Apple wegzugehen und ein anderes deutlich günstigeres Handy zu holen. Ich war damals kurz davor ein Sony Xperia zu holen, da es mir bzgl. der Ausstattung und Preis voll zugesagt hatte. Als ich dann im Laden stand, um es mal auszuprobieren, war es einfach nur total langsam im Vergleich zu meinem 2 Jahre alten iPhone 5. Auch heute fällt mir das noch auf wenn ich mal im Saturn an den ausgestellten Handys etwas rumklimpere. Neben der Geschwindigkeit kommen auch noch Faktoren wie die Akkukapazität oder der Umfang des AppStores, Haltbarkeit etc. hinzu. Ich will den Kommentar jetzt nicht zu lang werden lassen, wenn du magst kannst du mir auch gern nochmal per Email schreiben. Ich verstehe auf jeden Fall all deine genannten Punkte und stimme dir da auch zu. Was mich noch interessieren würde wäre, ob du schon mal ein iPhone besessen hast? Ich würde gerne mal wissen, ob es Leute gibt die beispielsweise 2 Jahre ein iPhone hatten und danach zu einer deutlich günstigeren Marke gewechselt sind. Bis jetzt ist mir da nämlich noch keiner begegnet.

          Du hast recht, wenn man zu Höchstständen einkauft, dann kann es schwierig werden 7% p.a. zu erzielen. Deswegen versuche ich eher Antizyklisch zu investieren und Unternehmen zu finden die eher günstig bewertet sind.
          Bei den Optionen möchte ich anmerken, dass ich Optionen handel, keine Optionsscheine, dass ist ein wesentlicher Unterschied. Ich unterstütze damit meine Dividendenstrategie, in dem ich Put-Optionen auf Aktien verkaufe die ich mir sowieso ins Depot legen würde. Fällt die Aktie muss ich sie wahrscheinlich kaufen, aber das ist kein Problem da ich sie ja an sich sowieso kaufen würde und sie dann sogar günstiger bekomme, als wenn ich sie direkt am Markt gekauft hätte. Steigt sie, bekomme ich zumindest die Prämie. Bei Optionen wird davon gesprochen, dass 1% bis 3% im Monat realistisch sind, von daher finde ich die 20% p.a. ganz angebracht.
          Zu deinen ganzen Fragen, „Ja“ ich habe vor 45 Jahre investiert zu bleiben und stetig weiter zu sparen auch wenn der Markt fällt. Ob es wirklich so kommt und ich mental stark bleibe, kann ich natürlich nicht versprechen. Aber ich glaube fest daran, dass ich das schaffen kann. Und ich gehe mit der Einstellung an die Sache heran, dass ich die Aktien die ich mir einmal in mein Aktiendepot gelegt habe, nie wieder verkaufe. Stattdessen will ich mir mit diesen einen schönen Dividendenstrom aufbauen.
          Zum Nikkei, das aktuelle KGV hätte man sich ausrechnen können, bevor man da zum Höchststand investiert. Und wenn man DJ und Dax momentan anschaut, haben diese deutlich geringere Durchschnittskgvs, die sogar unter den durchschnittlichen KGVs der letzten 30 Jahre liegen. Börse.de gibt für den Dax ein aktuelles øKGV von ungefähr 14 und für den DJ von ungefähr 20 an. Bei JNJ liegt das KGV aktuell bei 22, als ich eingestiegen bin lag es bei 18. Nestlé hat aktuell ein KGV von 30. Die Aktie würde ich zwar aktuell nicht kaufen, aber von 60er oder 100er KGVs ist das noch weit weit entfernt. Da verstehe ich deine Argumentation nicht ganz.

          Ich freu mich auf deine Antwort,
          Viele Grüße
          Christian

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          1. Hallo Christian,

            vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich bin seit den 90ern an der Börse und habe eben schon verschiedene Phasen real miterlebt und investiert auch durchlebt. Ehrlich gesagt, da ging mir schon so manches mal die Flatter… . 🙂

            Die 60er oder 100er KGVs des historischen Nikkei kann man auch in Zukunft gut erreichen bei DJ und Dax, es muss sich nur der Faktor g im Wort KGV verkleinern. Sobald die Gewinne sinken sieht es anders aus. Ich persönlich halte ein 22er oder 30er KGV für JnJ oder Nestlé schwer mit realwirtschaftlichen Aussichten zu begründen. Das ist ja nicht unbedingt ein klassischer, dynamischer Wachstumswert. Aber Hey, Mr. Market hat ja alle bisher erhältlichen Informationen richtig eingepreist – oder doch nicht? Wir leben die politische Börse. Das Argument ein 30er KGV für Nestlé zu rechtfertigen wurde damals eben genauso auch für einen NIkkei 60er verwendet. Heute hält man das für absurd, so wie damals das Kursziel EinDausend für Morphosys irgendwie auch logisch war.

            Zu den puts: Ich weiss nicht wie man es berechnet, dass ‚1% bis 3% im Monat realistisch sind‘. Wenn es so einfach wäre, würden dann das nicht alle machen? Was passiert denn wenn der Markt fällt? Bedenke, Du bist erst seit 2016 dabei und der Markt geht nur nach Norden… Für Deine put-Geschäfte wünsche ich Dir, dass Du auch in fallenden Kursen genug Kapital hast um immer nachzuschiessen.

            Schau Dir mal den Langzeitchart von eine Divi Perle wie Exxon Mobil an: Wenn Du zB 1972 gekauft hättest, dann hättest Du bis 1995 warten müssen um deinen Einstandskurs zurück zu erhalten! Fünfundzwanzig Jahre. Dazwischen hättest Du meist mit deutlichen Verlust verkauft. Um es deutlicher zu machen: Du kaufst nächsten Monat mit Deinen heutigen 25J über einen put und wirst erst mit 50 Jahren das eingesetzte Geld wieder sehen. Wenn überhaupt. Dazwischen hast Du 10 Partner(-innen) gehabt, 2 Kinder gezeugt, 5 verschiedene Autos besessen, 5 Arbeitgeber gehabt, ein Haus gebaut und 1 Scheidung verursacht. Kannst und v.a. willst Du die 25J wirklich investiert durchstehen?

            Zum Handy: Privat habe ich kein Smartphone. Ein 8 Jahre altes Nokia tuts für mich. Ich bin also nicht in deiner peer-group ;-). Ich verwende beruflich abwechselnd Windows, Samsung und iPhones. Ich persönlich kann für meine Anwendungen keine signifikanten Unterschiede merken! Du schreibst ‚meine letzten 3 Handys {waren} iPhones. Aus deinem ‚Über mich‘ erfahre ich Du bist 24 Jahre (oder 2017 25?) und Student. Das heisst, Du gibst alle ca. 2 Jahre den Gegenwert von ca. 2 Monatsmieten für ein neues mobiles Telefon aus und hast selber noch gar keinen Euro richtig eigenverantwortlich verdient. Findest Du das nicht auch selber sehr, sehr viel Geld?

            Grüße, bleib dabei & viel Erfolg!
            42sucht21

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            1. Dann hast du ja schon einiges an Erfahrung gesammelt. Was würdest du einem Neuling wie mir da raten? 🙂 An sich bin ich mit meinen JNJ Aktien sehr zufrieden. Sie liefern mir eine Bruttodividende von 2,8% und haben in den letzten 54 Jahren die Dividende jedes Jahr erhöht. Das ist zwar keine Garantie, aber zumindest eine gute Chance, dass die Gewinne nicht zu stark absacken.

              Die 1-3% beziehen sich auf den Marginhandel und beruhen auf Erfahrungswerten von Optionshändlern die schon viele Jahre erfolgreich im Geschäft sind. Die erhöhte Rendite geht natürlich auch mit einem höheren Risiko einher. Auch hier versuche ich Optionen auf Werte zu handeln, die eher günstig bewertet sind und die ich sowieso mit einem sehr langen Zeithorizont ins Depot holen würde, so dass ich in fallenden Märkten die Aktien auch halten würde. Wie du schon sagst ist Exxon eine Dividendenperle, in den 25 Jahren hätte ich dann zumindest die Dividende kassiert. Weiterhin hätte ich versucht, über den Verkauf weiterer Puts den Einstandskurs zu senken. Aber ohne Risiko geht es natürlich nicht. Solange ich die Dividende bekomme, kann ich mir aber gut vorstellen, dass ich es investiert durchstehen würde. Wäre ja nichts anderes als wenn ich die Aktie normal erworben hätte. Das hat ja dann nichts mit dem Optionshandel an sich zu tun. Und natürlich möchte ich auch eine ordentliche Diversifikation im Depot haben, damit solche Szenarien eben nicht so gravierende Auswirkungen haben.

              Zu den Handys, anfangs habe ich sie mir tatsächlich im 2 Jahres Rhythmus geholt und prinzipiell hast du auch Recht, dass ich noch nie lange gearbeitet habe. Trotzdem hab ich das Geld in diesen Fällen selbst verdient. 2010 war ich mit der Schule fertig, hatte einen Ferienjob und bin anschließend 9 Monate zum Bund gegangen. Anschließend wieder ein Ferienjob, um die Zeit bis zur Uni etwas zu überbrücken. Das 4er und 5er iPhone war im Junge Leute Tarif der Telekom noch bezahlbar. Durch Bund und Ferienjobs hatte ich noch Reserven die ich dann tatsächlich mit dem 6 Plus auf den Kopf gehauen und vollkommen verkonsumiert habe. Mittlerweile denke ich aber etwas anders, das 6 Plus habe ich seit 3 Jahren und ich würde es auch noch länger behalten, wenn es nicht den Geist aufgeben würde. Ich finde das auf jeden Fall sehr viel Geld und möchte auch nicht mehr so viel ausgeben. Ein altes Nokia würde mir persönlich aber auch nicht ausreichen 😉 , deswegen versuche ich dieses mal einen Mittelweg zu finden. Mittlerweile bin ich 25, ich sollte das wohl mal aktualisieren 😀

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              1. Hallo Christian,

                vielen Dank für Deine Antwort. Wie heisst es so schön: Erfahrung ist das was man macht wenn man sie nicht hat. Für mich war es sinnvoller (irgendwann erst habe ich das gemerkt) meine Zeit und Energie nicht mehr in die Geldanlage sondern in meine berufliche und persönliche Qualifikation zu investieren. Das gibt mir die beste Rendite. Eine ausgefüllte Zeit mit meiner Familie und ein inzwischen sehr gutes (wie zumindest ich finde…) monatliches Einkommen. Anstatt mit puts 6x im Jahr monatlich 2% auf 1000 Euro zu erspekulieren finde ich ‚1000 Euro‘ netto monatlich mehr besser – das ist in Deutschland einfacher im Beruf zu realisieren als es durch Finanzinstrumente sein könnte. Das scheint zu Anfang nicht so spannend wie zB mit puts die Welt auszutrixen – für mich ist es der bessere Weg. Ich muss seit ein paar Jahren nicht mehr darüber nachdenken ob ich mir einen Porsche leisten könnte. Aber ich will natürlich gar keinen. Ich stimme nämlich Deiner Schlussfolgerung aus diesem Artikel „Konsumieren oder Investieren” voll zu.
                Mein altes mit Tesa zusammengehaltenes Nokia würde eh nicht so gut in einem Porsche aussehen 😉

                Grüße, bleib dabei & viel Erfolg!
                42sucht21

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                1. Bei mir geht das beides in etwa in die selbe Richtung, da ich nach dem Studium in der Finanzbranche arbeiten möchte. Und 100€ zusätzlich im Monat sind enorm viel Geld. Der Zeitaufwand ist dafür aktuell nicht so groß, dass andere Sachen darunter leiden müssten. Ich denke da ist es durchaus möglich parallel auch die Karriere voran zu treiben, von den Gehaltssteigerungen einen Teil in die Depots einsparen und dort anstatt 100€ monatlich 1000€ monatlich dazu verdienen. Der Aufwand dafür bleibt rein theoretisch der selbe, wenn man anstatt einem Put einfach 10 verkauft. Natürlich würde ich eher noch etwas breiter diversifizieren. Der Aufwand ist aber trotzdem wesentlich geringer als bei Daytrading oder so. Aber jeder muss so investieren und handeln wie es zu einem selber passt. Und du hast deinen Weg schon gefunden, ich stehe noch ganz am Anfang und wer weiß wie sich das alles noch entwickelt 🙂 Dabei bleiben werde ich auf jeden Fall 😛

                  Viele Grüße und nochmals vielen Dank
                  Christian

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      1. Es stimmt, eine Garantie hat man nie. Es kann natürlich schlechter laufen als in der Vergangenheit, es kann aber auch besser laufen. Letztendlich weiß das niemand und deswegen ist finanzielle Bildung auch so wichtig. Damit sich jeder selbst Gedanken machen kann. Um aber aufzuzeigen, welche Auswirkungen möglich sind, muss man irgendeinen Wert zugrunde legen. Und da bietet sich die historische Rendite auf jeden Fall an.
        Ich freue mich sehr, dass hier so langsam eine Art konstruktive Diskussion in den Kommentaren entsteht. Ich hoffe, dass das zukünftig noch stärker der Fall sein wird. 🙂

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  3. Schöner Artikel – die Abwägung zwischen Konsum und Investition ist sicher zentral. Wie Du im Artikel schreibst, muss es nicht ausschließlich um völligen Konsumverzicht gehen, sondern reicht schon eine Reduktion (nicht das neueste iphone, etc.). Durch Zins- und Zinseszins kommt es dann natürlich zu wunderbaren Effekten 😉
    Ich persönlich bleibe lieber bei den ca. 7% erwarteter Rendite für meine Simulationen. Denn an Deinen 20% p.a. hängt ja wohl auch ein deutlich höheres Risiko, vermute ich mal…
    Viele Grüße
    FF

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    1. Hi FF,
      da ich das Optionskonto auf Margin handle, stimme ich dir zu, dass ein höheres Risiko damit einhergeht. Beim ausschließlichen Handel von mit Cash gedeckten Optionen, würde ich dir da aber nicht zu stimmen. Da hab ich allerdings keinerlei Erfahrung, wie hoch da die Rendite wäre. Ich schätze mal so um die 10%.
      Für meine Simulationen unterscheide ich auch strikt zwischen meinem Aktien- und meinem Optionsdepot. Generell kalkuliere ich lieber etwas vorsichtiger.
      Viele Grüße
      Christian

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